“Heim ins Reich”?

Deutschland braucht Fachkräfte. Offenbar dringend. Nachdem der Fachkräfteimport der letzten zwei Jahre nämlich entgegen anderslautender Ankündigungen offenbar doch nicht den erwünschten Erfolg gebracht hat, erinnert man sich plötzlich der Tatsache, daß ca. 3,4 Millionen deutsche Auswanderer in aller Welt leben, um die man nun werben möchte (Link). Besonders in Österreich und in der Schweiz leben demzufolge viele Deutsche, die erst in den letzten zehn Jahren dorthin ausgewandert sind. Dies werden sie nicht ohne Grund getan haben, denn wer verlässt schon gern seine Heimat? Um diese Menschen zur Rückkehr zu bewegen sollte man sich also zunächst einmal fragen, warum sie denn überhaupt ausgewandert sind – und ihnen dann entsprechende Anreize für eine Rückkehr bieten. Und hier stellt sich die wirklich interessante Frage: Gibt es diese Anreize überhaupt? Schauen wir mal.

Gehen Sie doch beispielsweise mal bei schönem Wetter an einem Samstag Nachmittag in der Elberfelder Innenstadt spazieren. Wenn Sie Glück haben begegnen Ihnen dort gefühlt ca. 10 Prozent Deutsche. Heimatgefühle kommen da nicht bei jedem auf, denn mancher fühlt sich angesichts eines solchen Szenarios eher verdrängt als zu Hause. Überhaupt Nordrhein-Westfalen: Die Entwicklung dort gibt wenig Anlaß zu Optimismus – das Bundesland ist offenbar auf dem Weg zu einem gescheiterten Staat mit Banlieues nach französischem Muster (Link). Besserung ist bislang nicht in Sicht, echtes Wohlbefinden dürfte sich da also eher nicht einstellen. In anderen Bundesländern ist es zwar noch nicht so schlimm, aber Dank der Politik der Altparteien dürfte auch das nur eine Frage der Zeit sein. Die Entwicklung ist absehbar. Kein Wunder, daß die Qualifizierten Deutschland verlassen und die Zuwanderung vorwiegend aus unqualifizierten Migranten besteht.

Schauen wir uns einen weiteren Punkt an: Der aufgrund der derzeitigen Politik zwangsläufig immer teurer werdende Sozialstaat sowie das ideologisch fest verankerte EEG wollen schließlich finanziert werden. Wer zahlt’s? Natürlich die, die arbeiten, und alle, die Energie verbrauchen – und die werden immer mehr zur Kasse gebeten (Link), so daß vom Brutto immer weniger Netto übrig bleibt. Wer möchte da schon zurück nach Deutschland, wenn in anderen Ländern sehr viel mehr vom hart Ersparten übrig bleibt?

Auch mit der Bildung unserer Kinder steht es hierzulande nicht zum Besten: Die Verhältnisse in deutschen Schulen werden zunehmend schlechter (Link), während zu allem Überfluß das bewährte Förderschulsystem demontiert und zugunsten des Inklusionsgedankens geschleift wird (Link 1, 2).

Bleibt noch ein Blick auf die Altersvorsorge – auch hier besteht wenig Anreiz für Auswanderer, nach Deutschland zurückzukehren: Dank Minuszinspolitik zugunsten von Euro- und Bankenrettung lösen sich Ihre Ersparnisse in Deutschland nämlich zunehmend in Luft auf. Die Gefahr der Altersarmut droht inzwischen vielen, die nie damit gerechnet hätten.

Man fragt sich also, welche Perspektiven unsere politisch Verantwortlichen Rückkehrern denn wirklich bieten wollen. Angesichts der sich zunehmend verschlechternden Lage in Deutschland, der dramatischen Abnahme persönlicher Sicherheit, einer permanent steigenden Steuer- und Abgabenlast, sowie einer Rentenpolitik, die den meisten Beschäftigten wie Hohn vorkommen muß, sei die Frage gestattet, ob diese Bestrebungen überhaupt erfolgreich sein werden. Wer will denn schon in ein Land zurückkehren, welches faktisch gar keine Zukunftsperspektive mehr zu bieten hat? Und machen wir uns nichts vor: Mit den Altparteien wird es diese auch nicht geben.

Schnapp-Schuss
Eine geheime Studie des Berliner Senats hat ergeben, daß Berlins Drittklässler nicht schreiben können (Link). Dafür lernen Berlins Erstklässler aber jetzt Türkisch - als Ausgleich, vermutlich... (Link).
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