Eine Investition, die es wert ist

Mit oben genannten Titel bringt die Wuppertaler Rundschau am 10.08.2017 den Kommentar einer jungen Redakteurin zur Finanzierung der Betreuung sogenannter unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge in Wuppertal (Link).

Dieser Kommentar ist sehr von Idealismus geprägt. Und gefühlvoll. Und leider auch realitätsfremd. Aber nun ja, die Dame ist noch jung, seien wir also mal tolerant.

Sehen wir einfach darüber hinweg, daß die meisten dieser Schützlinge vermutlich nicht auf legalem Wege in unser Land gekommen sein dürften, somit also von Beginn an dem Rechtsbruch Tür und Tor geöffnet wurden. Verdrängen wir auch für einen Moment die Tatsache, daß jeder einzelne dieser jungen unbegleiteten Flüchtlinge pro Tag 175,- Euro, mithin pro Monat die stolze Summe von 5250,- Euro kostet. Obwohl man da schon schlucken muß, denn das durchschnittliche Nettoeinkommen einer vierköpfigen Familie lag 2015 bei 3297,- Euro (Link), und heute dürfte es nicht wesentlich höher liegen. Wären unserem Staat die eigenen Kinder monatlich auch nur halb so viel wert wie der Satz für einen einzigen unbegleiteten minderjährigen Flüchtling, so wäre das Problem des demographischen Wandels gelöst. Aber sei’s drum – heute wollen wir ja großzügig sein.

Und so unterdrücken wir auch einfach mal die nicht ganz unberechtigte Vermutung, daß ein nicht geringer Teil dieser jungen Schützlinge die Ausbildung vermutlich abbrechen wird, wie die Erfahrung zeigt (Link). Unterstellen wir ganz großzügig, daß sie es tatsächlich schaffen, als zukünftige Fachkräfte den Notstand der Pflegebranche zu entschärfen und in die Rentenkasse einzuzahlen, und ignorieren wir dabei auch die Frage, ob sie jemals so viel einzahlen werden, wie sie den deutschen Steuerzahler gekostet haben. Schwieriger dürfte es da schon werden, ein ganz anderes Problem zu ignorieren, welches die Autorin in ihrem idealistischen Überschwang vielleicht übersehen hat: Sofern unsere angehenden Neu-Fachkräfte nach ihrer Ausbildung nicht in die Heimat zurückkehren, um das Gelernte dort sinnvoll einzubringen, ist nämlich damit zu rechnen, daß jeder von ihnen im Rahmen des Familiennachzuges eine nicht unerhebliche Zahl seiner lieben Angehörigen nach Deutschland holen wird (Link), die dann mangels Qualifikation und Sprachkenntnissen aller Wahrscheinlichkeit schnurstracks in unsere Sozialsystem einwandern dürften. Der von unserer Autorin gepriesene Gewinn für unsere Rentenkassen mutiert damit faktisch zu einem gewaltigen Verlustgeschäft. Die Investition erscheint so etwas zweifelhaft

Aber auch dieses Problem wollen wir mit einem Kraftakt der Verdrängung für einen Moment beiseite schieben, bedarf es doch laut der Autorin einer „offenen Gesellschaft, die Platz macht und bereit ist, die Veränderung anzunehmen“ und sich aus dem „Schubladendenken zu lösen“. Da ist es doch unerheblich, daß die Bürger nie gefragt wurden, ob sie Folgen, die diese Veränderungen mit sich bringen, auch wollen – solange nur das Gewissen derer beruhigt ist, die diese Veränderungen immer weiter vorantreiben, notfalls auch gegen geltendes Recht. Und so wollen wir auch die Frage beiseite schieben, ob die Autorin denn überhaupt selbst bereit ist, ihren von Altruismus geprägten Vorstellungen Taten folgen zu lassen und selbst für wenigstens einen dieser jungen Schützlinge aufzukommen, anstatt dies nur dem Steuerzahler anzuempfehlen. Seien wir einfach mal tolerant.

Allerdings hat unsere idealismusbeschwerte junge Autorin einen gewichtigen Umstand vergessen, und so wollen wir die Dame einmal aus ihrem eigenen Schubladendenken lösen und sie auf einen interessanten Umstand hinweisen: Laut Bericht der Konrad-Adenauer-Stiftung vom 02.11.2015 benötigten das Flüchtlingshilfswerk UNHCR und das WFP (World food program) zur Versorgung syrischer Flüchtlinge in Jordanien für 2015 rund 1,2 Mrd. Dollar, für 629.034 bis Ende September 2015 registrierte Flüchtlinge, d.h. rund 1900,- Dollar pro Kopf und Jahr (Link). Und hier hört der Spaß für uns auf, und wir möchten die Dame auffordern, einmal die Idealismusbrille abzunehmen und sich um eine wirklich sinnvolle Investition Gedanken zu machen: Die monatlich für einen einzigen unbegleiteten Minderjährigen aufgewendeten 5250,- Euro sind nach aktuellem Kurs ca. 6165,- US-Dollar. Mit diesem Geld wäre es UNHCR und WFP möglich, DREI Menschen in den Herkunftsregionen dieser Flüchtlinge EIN GANZES JAHR lang anständig unterzubringen und zu versorgen! Mit dem Geld, was in Wuppertal für 341 unbegleitete Minderjährige PRO MONAT ausgegeben wird, liessen sich also bereits 1023 Menschen in den heimatnahen Gebieten ein volles Jahr unterbringen, verköstigen und medizinisch versorgen. Im Klartext: Angesichts dessen, was mit unseren Steuergeldern in den betroffenen Regionen wirklich bewirkt werden könnte, ist die derzeitige Politik blanke Verschwendung und geradezu obszön! Von einer Investition, die es wert ist, kann da wahrlich keine Rede sein.

Aber erzählen Sie das mal Gesinnungsethikern, die sich um die Folgen ihres Handelns ohnehin keine Gedanken machen.

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